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NEGZ-Herbsttagung 2026

3. September um 9:00 - 20:00




um


Was ist die NEGZ-Herbsttagung?

Die NEGZ-Herbsttagung ist das jährliche Treffen für alle, die sich mit der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung beschäftigen. Sie bringt Expert:innen aus Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um gemeinsam über aktuelle Herausforderungen und Lösungen zu diskutieren.

Im Mittelpunkt stehen interaktive Workshops statt Frontalvorträge – die Teilnehmer:innen tauschen Wissen aus, entwickeln neue Ideen und diskutieren praxisnahe Ansätze für die Verwaltungsmodernisierung. Die Tagung bietet zudem viele Gelegenheiten zum Netzwerken und zum informellen Austausch.

Ob erfahrener Profi oder Neuling im Thema – hier kann jede:r mitdiskutieren und Impulse mitnehmen!


Ort & Lageplan

Die NEGZ-Herbsttagung 2026 findet in den Räumen Technischen Hochschule Wildau statt. Die TH Wildau ist NEGZ-Mitglied und bietet Verwaltungsinformatik-Studiengänge an. Der Campus liegt direkt an der S-Bahn-Haltestelle auf dem historischen Lokomotivbau-Werksgelände.

Die Herbsttagung findet in den Hallen 16 und 17 statt.

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich. Wir haben zudem einen Raum reserviert, in den sich neurodivergente Personen zurückziehen können. Dieser Raum ist explizit nicht für Telefonate oder Arbeit gedacht.

Ihr Browser unterstützt keine eingebetteten Karten.


Das Programm

9 Uhr

Einlass

9:30 Uhr

Begrüßung

10–11:30 Uhr

Parallele Workshops 1–7

1 | Culture eats Digitalisation? Digitalkultur in der Verwaltung greifbar machen

Digitalisierung scheitert selten an der Technik, sondern an Routinen, Deutungsmustern und stillen Selbstverständlichkeiten der Organisation. Doch was ist „Digitalkultur“ eigentlich, und wo genau setzt man an, um sie zu verändern? Ausgehend von einem aktuellen Working Paper des Centre for Digital Governance stellen wir ein Drei-Ebenen-Modell vor (sichtbare Praktiken, Werte, Grundannahmen) und arbeiten damit direkt an Fällen aus euren eigenen Organisationen. In Kleingruppen diagnostizieren die Teilnehmenden, wo ihre eigene Digitalkultur heute steht, identifizieren konkrete Hebel für Kulturwandel und tragen ihre Ergebnisse in eine gemeinsame „Hebel-Landkarte“ zusammen, die alle am Ende mitnehmen können.

Dr. Max Johannes Behrendt
Postdoctoral Researcher · Hertie School, Centre for Digital Governance
Dr. Max Johannes Behrendt ist Postdoktorand im Projekt „Shaping Digital Culture in Public Administration“. Seine Forschung befasst sich mit den Ursachen, Dynamiken und Hindernissen von Transformationsprozessen in einer Vielzahl von Institutionen, darunter öffentliche Verwaltung, Familienstrukturen und Bildungssysteme. Er promovierte am European University Institute in Florenz. Zuvor war er am WZB – Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, in der Politikberatung sowie im Bereich der Bildungs-NGOs tätig. Außerdem verfügt er über einen Master of Research des Europäischen Hochschulinstituts, einen Master of Public Policy der Hertie School sowie einen Bachelor of Social Sciences der Humboldt-Universität zu Berlin.

Barbara Waldner
Research Associate · Hertie School, Centre for Digital Governance

2 | Open Source in der Verwaltung: Nutzen, Hürden und Perspektiven

Vor dem Hintergrund geopolitischer Konflikte, wachsender Anforderungen an die digitale Souveränität und angespannter öffentlicher Haushalte gewinnt Open-Source-Software auch in öffentlichen Verwaltungen an Bedeutung. Zentrale Digitalisierungslösungen wie die Kollaborationssuite openDesk oder der KI-Chatbot F13 werden bereits als Open Source entwickelt. Länder wie Schleswig-Holstein gehen noch einen Schritt weiter und stellen weite Teile ihrer Verwaltungs-IT auf quelloffene Lösungen um.

Die damit verbundenen Erwartungen sind hoch: mehr Transparenz und Unabhängigkeit, eine bessere Nachnutzbarkeit, langfristige Kostenvorteile und neue Chancen für die heimische Digitalwirtschaft. Doch welche technischen, organisatorischen, rechtlichen und vergabebezogenen Hürden bestehen beim Einsatz von Open Source in öffentlichen Verwaltungen?

Die Session bietet Raum für einen offenen Erfahrungsaustausch zwischen Menschen, die Open Source bereits einsetzen, einen Einsatz planen oder entsprechende Lösungen entwickeln und erforschen. Ob aus IT, Beschaffung, Verwaltungspraxis, Wirtschaft oder Wissenschaft: Alle Perspektiven sind willkommen, denn die Herausforderungen entstehen entlang des gesamten Weges von der Auswahl und Beschaffung bis zum Betrieb und zur Weiterentwicklung.

Nico Gießmann

Nico Gießmann
Wissenschaftlicher Mitarbeiter · Universität zu Lübeck
Nico Gießmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für E-Government und Open Data Ecosystems an der Universität zu Lübeck. Als Wirtschaftsinformatiker forscht er zum Einsatz computergestützter Analysemethoden und Big Data in öffentlichen Verwaltungen. Derzeit führt er eine NEGZ-Kurzstudie zur openCode-Plattform des ZenDiS durch, in der das Open-Source-Ökosystem der öffentlichen Verwaltung untersucht wird.

3 | Planspiel „EUDI-Wallet“ in der Verwaltung: Was passiert in eurer Behörde in den ersten 100 Tagen?

Go‑Live heißt: echte Fälle, echte Bürger:innen, echte Abläufe. Wir simulieren „die ersten 100 Tage“ mit der EUDI‑Wallet aus Sicht von Verwaltungsmitarbeitenden und verschiedenen Bürger:innengruppen – von Senior:innen über Job-Suchende bis zu Menschen mit Sprachbarrieren. Gemeinsam arbeiten wir an konkreten Use Cases, definieren potenzielle Erwartungshaltungen und spielen verschiedene User Journeys durch. Das Ergebnis? Direkter Erfahrungsaustausch und Sensibilisierung für die Vorbereitung auf die EUDI-Wallet in Deutschland.

Martina Knierim

Martina Knierim
Partnerin für Digitale Identitäten im Public Sector · PwC Deutschland
Martina Knierim berät seit über 15 Jahren zur Verwaltungsdigitalisierung. Zwischen OZG, digitaler Identität und föderaler Umsetzung ist sie als Partnerin bei PwC Deutschland von Beginn an aktiv an dem zentralen Leuchtturmprojekt zur Einführung der staatlichen EUDI-Wallet in Deutschland beteiligt. Aus dieser Rolle bringt sie mit Blick strategische Einblicke und praktische Zielorientierung aus einem der öffentlichkeitswirksamsten Digitalisierungsprojekte derzeit mit.

Adrian Gelep

Adrian Gelep
Geschäftsführer · DigitalAgentur Brandenburg GmbH
Als Geschäftsführer der DigitalAgentur Brandenburg bietet Adrian Geleb das Bindeglied zwischen kommunalen Trägern und Landesinstitutionen, mit dem Ziel, das Land Brandenburg durch innovative und zukunftsstarke digitale öffentliche Lösungen zu einem lebenswerten Ort für alle Bürger:innen zu machen. Aus dieser Funktion bringt er praxisorientierte Expertise aus vielfältigen Digitalisierungsprojekten und direkte Einblicke in die kommunale Gestaltung der digitalen Zukunft mit.

4 | Gemeinsam Standardisierungsbedarfe für eine interoperable digitale Verwaltung gestalten

Die digitale Verwaltung braucht interoperable Lösungen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Nach einer kurzen Einführung zur Rolle von Standards und Interoperabilität erarbeiten wir gemeinsam mit den Teilnehmenden konkrete Bedarfe und Potenziale für die Standardisierung der digitalen Verwaltung. In interaktiven Gruppen identifizieren und priorisieren wir Handlungsfelder und diskutieren deren Bedeutung für eine vernetzte Verwaltungsdigitalisierung. Die Ergebnisse fließen zugleich als Impulse in die Arbeit des NEGZ-Arbeitskreises Europa ein und können dort weiter vertieft werden.

Werner Achtert

Werner Achtert
Executive Business Consultant · msg systems ag
Werner Achtert hat langjährige Erfahrung in der Beratung von Entscheidungsträgern in Ministerien und Behörden. Er ist Mitglied im Vorstand des NEGZ und engagiert sich in den Arbeitskreisen Cloud und EU des NEGZ.

Naira Danielyan

Naira Danielyan
Leiterin Stategische Themenentwicklung Digitales · DIN Deutsches Institut für Normung e.V.
Naira Danielyan ist beim DIN (Deutsches Institut für Normung) für strategische Themenentwicklung im Bereich Digitalisierung verantwortlich. Zuvor war sie Mitgründerin und Geschäftsführerin des Fraunhofer-Spin-offs gravity&storm und war u. a. bei Fraunhofer FOKUS, im Bundesministerium des Innern sowie in der Beratung tätig. Mit ihrem Hintergrund in Design Thinking bringt sie eine nutzerzentrierte Perspektive in Digitalisierungsprozesse ein und engagiert sich für interoperable, standardbasierte Lösungen. Zudem lehrte sie Design Thinking & Digitalisierung an der TU Berlin.

Amelie Buss

Amelie Buss
Strategische Koordination IT-Querschnittsthemen · DIN Deutsches Institut für Normung e.V.
Amelie Buss leitet bei DIN seit 8 Jahren nationale, europäische und internationale Normungsgremien und koordiniert seit 2 Jahren IT-Querschnittsthemen wie KI, Verwaltungsdigitalisierung und Green IT.

5 | Das Dänische Modell der Digitalisierung: Impulse und Lösungsansätze für Deutschland gemeinsamen evaluieren

Wir wollen anhand des dänischen Modells (https://en.digst.dk/strategy/the-joint-government-digital-strategy/) zusammen erarbeiten, welche Herausforderungen in eurem beruflichen Umfeld eine Lösung suchen:
In welcher Situation befinden wir uns und welchen Zustand wollen wir erwirken?
Wie könnte das dänische Modell eine Lösung bieten anhand von Lösungen, Skills oder Ideen?
Gibt es gute Erfahrungen in der Gruppe? Welche Alternativen sind denkbar?

André Petri

André Petri
Senior Project Manager · cBrain Deutschland
5 Jahre cBrain im Bereich Projekt Management + Integrationen, Betreuung Barrierefreiheit,
13 Jahre KDS/American Express im Bereich Project Management nach PMI vom Start des Projektes bis zur Übergabe an den Kunden, Schulungskonzeptionierung und -durchführung, Anforderungsmanagement von Stakeholdern

Linda Knauer
Senior Consultant · cBrain Deutschland
5 Jahre bei cBrain (Bereiche Change Managment, Roll-Out und Schulung), 7 Jahre Wissensmanagement im B2B-Bereich,
eigene Expat-Erfahrung in Dänemark mit Digitalisierungsprozessen, Studiengang Skandinavistik

6 | KI beginnt vor dem Prompt: Data Governance als eine Grundlage der Verwaltungsmodernisierung

Vertrauenswürdige KI in der Verwaltung entsteht nicht erst beim Modell und nicht erst beim Prompt. Sie beginnt bei der Frage, ob Daten auffindbar, verständlich, qualitativ geeignet, verantwortet und auch ob ganz generell eine positive Datenkultur in der Organisation gelebt wird.
Der Workshop macht diese Voraussetzungen anhand konkreter Anwendungsfälle erlebbar. Die Teilnehmenden prüfen mithilfe eines Data-Governance-Canvas ihren Anwendungsfall,
identifizieren kulturelle Hürden und wählen konkrete Maßnahmen aus dem Portfolio der Data Governance Toolbox aus. Dadurch entsteht ein praxisnaher Einstieg in die Umsetzung von Data Governance in der eigenen
Organisation.

Norbert Kuhn

Norbert Kuhn
Abteilungsleiter Daten und Projektunterstützung / Data Governance Officer · Senatskanzlei Hamburg, Amt für IT und Digitalisierung
Abteilungsleiter Urban Data Governance und Projektunterstützung, Leitung Kompetenzteam Data Governance / Schwerpunktthema „Datennutzung“ des IT-Planungsrat

Johannes Tomm

Johannes Tomm
Externer Berater im Kompetenzteam Data Governance · Civitalis GmbH
Senior Manager & Team Lead Civitalis seit 2025,
Externer Berater im Kompetenzteam Data Governance / Schwerpunktthema „Datennutzung“ des IT-Planungsrat

Claas Trede

Claas Trede
Externer Berater im Kompetenzteam Data Governance · Dataport AöR
Leitung Consulting Digitale Transformation / Strategie, Externer Berater im Kompetenzteam Data Governance / Schwerpunktthema „Datennutzung“ des IT-Planungsrat

7 | Mehr Wirkung, weniger Stillstand – Blockaden in Digitalisierungsprojekten gemeinsam lösen

Warum stocken Digitalisierungsprojekte immer wieder an denselben Stellen – und was lässt sich dagegen tun? In dieser Session schauen wir uns gemeinsam anonymisierte Praxisfälle aus der Verwaltung an und bringen unsere eigenen Erfahrungen mit ein. Mit der Methode „1-2-4-All“ arbeiten wir heraus, welche Muster Projekte wirklich blockieren und erarbeiten gemeinsam Lösungsstrategien. Du gehst mit konkreten Erkenntnissen und einem frischen Blick auf deine eigene Praxis nach Hause.

Britta Alpers

Britta Alpers
Principal Consultant · mgm consulting partners GmbH
Ich bringe knapp 15 Jahre Erfahrung in der Leitung großer Projekte und Transformationen mit – in der öffentlichen Verwaltung ebenso wie in der freien Wirtschaft. Ich brenne für die ganzheitliche Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung und weiß aus eigener Erfahrung, was es braucht, damit Transformation wirklich gelingt.

Lisa Rohler

Lisa Rohler
Systemischer Business Coach · mgm consulting partners GmbH
Ich bringe Menschen, Teams und Organisationen in Bewegung – mit systemischen Ansätzen, tiefem Verständnis für Organisationsentwicklung, Prozess- und Projektmanagement. Mein Fokus: Handlungsfähigkeit dort, wo Wandel und Komplexität aufeinandertreffen. Meine Motivation: aus Stau wird Flow.

12–13:30 Uhr

Parallele Workshops 8–14

8 | Raus aus den Endlosschleifen – gemeinsam zu schnelleren & besseren Entscheidungen in der digitalen Verwaltung

Die Digitalisierung der Verwaltung bringt komplexe Herausforderungen mit sich: neue Prozesse, unklare Anforderungen und viele Perspektiven. Klassische Entscheidungswege stoßen dabei schnell an ihre Grenzen – Diskussionen ziehen sich, Einwände bremsen aus und Entscheidungen werden nicht wirklich mitgetragen.
In diesem interaktiven Workshop lernt ihr den Ansatz des integrativen Entscheidens kennen – eine strukturierte und zugleich flexible Methode, mit der Teams auch in dynamischen Transformationsprozessen tragfähige Lösungen entwickeln. Statt endloser Abstimmungen entstehen Entscheidungen, die „safe enough to try“ sind: gut genug, um ins Handeln zu kommen, und offen für Weiterentwicklung.
Ihr erlebt die Methode direkt in Anwendung und arbeitet gemeinsam an einem konkreten Beispiel aus der Verwaltungsdigitalisierung. So wird greifbar, wie Entscheidungen klarer, schneller und gleichzeitig tragfähiger entwickelt und gefällt werden können
Das erwartet euch:
Für alle, die Digitalisierung nicht nur verwalten, sondern gemeinsam wirksam gestalten wollen.

  • Ihr erfahrt, wie komplexe Digitalprojekten durch strukturierte Entscheidungsverfahren vorangebracht werden können
  • Ihr lernt, wie unterschiedliche Perspektiven produktiv genutzt werden können, statt dass sie bremsen
  • Ihr erlebt, wie Entscheidungen effizient moderiert und Blockaden konstruktiv aufgelöst werden

Caspar-Fridolin Lorenz
Organisationsberater & Trainer · daence Organisationsberatung
Caspar arbeitet seit mehr als 15 Jahren in Veränderungsprojekten: als Geschäftsführer, Projektleiter und Organisationsberater in Privatunternehmen und Verwaltungsorganisationen. Er ist Aufsichtsratsvorsitzender eines Finanzdienstleisters und Gründer des AK Organisationsentwicklung im NEGZ.

Konstanze Böttcher
Organisatorin und Teamentwicklungsberaterin · Umweltbundesamt
Konstanze Böttcher ist in der Organisationsentwicklung tätig und begleitet Veränderungsprozesse. Sie unterstützt Teams pragmatisch und praxisorientiert dabei, ins Ausprobieren zu kommen und Lösungen im Tun zu entwickeln. Dabei bezieht sie unterschiedliche Perspektiven ein, hört auch skeptische Stimmen und richtet den Blick auf konkrete nächste Schritte. Sie ist als Teamentwicklungsbegleitung (im Kontext des Loop-Approach) ausgebildet.

Daniel Eichhorn
Teamentwickler · Umweltbundesamt
Im Referat für Verwaltungsdigitalisierung arbeitet Daniel Eichhorn daran, den öffentlichen Dienst von innen beweglicher zu machen. Mit seiner pragmatischen und nutzenden-zentrierten Haltung hilft er Teams dabei, wirkungsvoller und veränderungsfähiger zu werden. Er ist ausgebildeter Loop Approach Fellow.

9 | Ein systemischer Blick auf die Zukunft staatlicher Handlungsfähigkeit: Wie werden Technologietrends Resilienz und digitale Teilhabe neu definieren?

In unserem Workshop stellen wir gemeinsam die zentrale Frage: Wie können aktuelle Technologietrends die Verwaltung gleichzeitig krisenfester und inklusiver machen?

Ausgangspunkt ist eine gemeinsame Trendanalyse, unter anderem zur Entwicklung weg von komplexen Legacy-Oberflächen hin zu reduzierten, divers ansprechbaren Verwaltungsschnittstellen. Darauf aufbauend übertragen wir diese Trends auf zwei zentrale Handlungsfelder: Krisensicherheit und digitale Teilhabe.

Gemeinsam entwickeln die Teilnehmenden konkrete Szenarien für zukünftige Krisensituationen und identifizieren, wie Technologien helfen können, staatliche Handlungsfähigkeit zu sichern. Gleichzeitig betrachten wir bestehende Barrieren der digitalen Teilhabe und erarbeiten praxisnahe Strategien für mehr Zugänglichkeit und Beteiligung.

Wir bringen Erfahrungen aus bestehenden Lösungen und Best Practices ein und diskutieren Chancen und Risiken neuer Technologien im Verwaltungskontext. Ziel ist es, aus der Verbindung von Trendanalyse und praktischer Anwendung ein gemeinsames Verständnis sowie konkrete Handlungsempfehlungen für eine resiliente und inklusive Verwaltung zu entwickeln.

Das Ergebnis: ein gemeinsam erarbeitetes Zielbild für eine Verwaltung, die technologische Innovation gezielt nutzt, um auch in Krisen handlungsfähig zu bleiben und gesellschaftliche Teilhabe zu stärken. Dokumentation der Szenarien und Handlungsempfehlungen halten wir in einem Ergebnispapier fest, das den Teilnehmenden nachgelagert zur Verfügung gestellt wird.

Christina Hasse

Christina Hasse
Senior Consultant · publicplan GmbH
Christina ist seit über 10 Jahren leidenschaftlich im Thema Bürgerbeteiligung unterwegs. Von der praktischen Arbeit in Ministerien und im Bundestag bis hin zu strategischen Beratungsprojekten für die öffentliche Verwaltung. Heute begleitet sie als Senior Beraterin bei publicplan Behörden dabei, digitale Transformation und Verwaltungsmodernisierung so zu gestalten, dass sie krisensicher wird und echte Teilhabe für alle Bürger:innen ermöglicht. Mit ihrer Erfahrung aus Legislative, Exekutive und Verbänden sowie ihrer Leidenschaft für partizipative Verfahren und digitale Teilhabe bringt sie vielfältige Perspektiven in die Tagung ein.

Daniela Guday

Daniela Guday
Leitung Marketing und Kommunikation · publicplan GmbH
Daniela ist seit über 15 Jahren in Markenführung, Content- und Kommunikationsstrategie sowie in der Unternehmenskommunikation tätig. Bei publicplan bringt sie diese Erfahrung gezielt ein, um komplexe Digitalisierungsthemen verständlich aufzubereiten, Vertrauen zwischen Verwaltung und IT-Dienstleister aufzubauen und Veränderungsprozesse so zu begleiten, dass sie bei den Menschen in den Behörden ankommen. Mit ihrem Blick für interne und externe Kommunikation sowie Change Communication verbindet sie strategische Klarheit mit einer nahbaren, wirksamen Ansprache.

Heiko Zeippert

Heiko Zeippert
D-Stack Experte und IT-Architekt · publicplan GmbH
Heiko hat über verschiedene berufliche Stationen in Wirtschaft und Verwaltung das gesamte Spektrum der IT- und Organisationsentwicklung kennengelernt. Neben großen Netzprojekten der Regierung, Softwareentwicklung und -test sowie Prozessmanagement konnte er im öffentlichen Dienst diverse Fachverfahren gestalten und ein eigenes Referat für Fachverfahren aufbauen. Diese Kombination aus technischer Expertise, Projektpraxis und Verwaltungserfahrung bringt eine praxisnahe, lösungsorientierte Perspektive in den Workshop ein.

10 | Bricks statt Bürokratie. Wir bauen die Verwaltung von morgen – mit LEGO® Serious Play®

Verwaltung ist mehr als Formulare. Aber fühlt sie sich auch so an? In diesem Workshop wird Verwaltung nicht diskutiert, sondern buchstäblich gebaut: Mit LEGO® Serious Play® nehmen wir einen echten Verwaltungsantrag auseinander und gestalten ihn neu. Hands-on, provokant, überraschend produktiv. Ein Perspektivwechsel, der Blockaden löst und Veränderung ins Rollen bringt.

Björn Unte

Björn Unte
Teamleitung · Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Berlin
Björn Unte arbeitet als Teamleiter IT-Fachverfahren bei der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt und glaubt fest daran, dass Verwaltung mehr kann als verwalten. Er treibt Digitalisierung und digitale Kultur voran, am liebsten mit Menschen statt über sie hinweg. Als zertifizierter LEGO® Serious Play®-Facilitator baut er Brücken zwischen komplexen Themen und echten Gesprächen, manchmal buchstäblich.

Christian Hochhuth

Christian Hochhuth
Abteilungsleiter Public Sector Business Consulting & Innovation Management · msg
Christian Hochhuth ist seit 20 Jahren als Berater und UX-Experte in Digitalisierungs- und Veränderungsprojekten der öffentlichen Verwaltung auf Bundes- und Landesebene tätig. Seit 5 Jahren unterstützt er das Land Berlin als externer Projektleiter bei der Umsetzung digitaler Antragsverfahren. Innovationsmanagement, Service Design und User Experience gehören zu seinen Schwerpunktthemen. Als Sprecher des NEGZ-Arbeitskreises „Design Thinking in der öffentlichen Verwaltung“ engagiert er sich für den Einsatz von nutzendenzentrierten und kreativen Methoden wie LEGO® Serious Play®.

11 | Datenbasierte Kommunen: Wo steigen wir ein?

Freiburg, Soest, Hamburg – viele Kommunen arbeiten an Datenexzellenz. Doch wie startet man so, dass man viele begeistert und alle mitnimmt? Was sind Erfolgsstrategien beim Einstieg in datenbasiertes Arbeiten?
Der KGSt-Bericht 02/2026 zeigt Praxisbeispiele, aber er beschreibt nicht den Einstieg. Unser Workshop soll hier ansetzen: Wir diskutieren und brainstormen kleine Anwendungsfälle, die in einer Kommune datenbasiertes Arbeiten anstoßen können. In Kleingruppen untersuchen Teilnehmende dokumentierte Beispiele sowie eigene Praxisfälle: Gibt es gemeinsame Erfolgsfaktoren? Gibt es Unterschiede nach Größe, Startpunkt oder Region? Welcher Ansatz passt zu welchem Kontext?
Teilnehmende verstehen, was unter welchen Bedingungen funktioniert und können Ansätze besser auf die eigene Situation übertragen. Eigene Praxisbeispiele sind willkommen und können vorab eingereicht werden.

Paulina Kowalska

Paulina Kowalska
Wissenschaftliche Mitarbeiterin · Karlsruher Institut für Technologie

Fabian Steinert

Fabian Steinert
Wissenschaftlicher Mitarbeiter · Karlsruher Institut für Technologie

12 | Law as Code in der Praxis: Vom Regelwerk zur ausführbaren Entscheidungsstruktur

Automatisierter Vollzug braucht Regelwerke, die nicht nur Menschen, sondern auch Maschinen verstehen: deterministisch, nachvollziehbar und versionierbar. In dieser Session setzen sich die Teilnehmenden aktiv mit dem Law-as-Code-Ansatz auseinander, praktisch wie konzeptionell. Nach einer kurzen Einführung teilt sich die Gruppe in zwei parallele Tracks: Im Track „Law-Coding“ modellieren die Teilnehmenden am eigenen Laptop ein Beispielregelwerk Schritt für Schritt in eine ausführbare Prüfstruktur. Im Track „Standards und Ökosystem“ diskutieren die Teilnehmenden nach einem kurzen Impuls, welche Standards, Schnittstellen und Akteure es für maschinenlesbares Recht in der Verwaltung braucht. Zum Abschluss tragen beide Gruppen ihre Ergebnisse im Plenum zusammen.

Dr. Dirk Woywod

Dr. Dirk Woywod
Managing Director · Rulemapping
Dirk ist Mitgründer und Managing Director von Rulemapping, einem führenden Legal-Tech-Unternehmen an der Schnittstelle von Recht, Technologie und KI. Nach seiner Promotion in theoretischer Physik an der TU Berlin startete er bei McKinsey & Company, wo er digitale Transformationsprojekte leitete. Es folgten Stationen als COO von betterplace.org sowie in verschiedenen Führungspositionen bei der Bundesdruckerei bis hin zur Bereichsleitung. Zuletzt war er CTO und Geschäftsführer von Verimi und verantwortete dort die technologische Entwicklung einer der führenden ID-Wallet-Plattformen Deutschlands.

Prof. Dr. Max Senges

Prof. Dr. Max Senges
Director Law as Code · Rulemapping
Max arbeitet seit über zwanzig Jahren an der Schnittstelle von Technologie, Philosophie, Entrepreneurship, Recht und Bildung. Als Director Law as Code bei Rulemapping treibt er den Aufbau eines offenen Ökosystems für maschinenlesbares Recht voran. Er ist Professor an der Universität der Künste Berlin und Direktor des UdK An-Instituts IEB. Zuvor hat er zweimal gegründet und über ein Jahrzehnt bei Google zu Forschungspartnerschaften, Internet Governance, Interoperabilität und Open Standards gearbeitet.

Innokenty Burshteyn

Innokenty Burshteyn
Manager Public Partnerships · Rulemapping
Innokenty ist Manager Public Partnerships bei Rulemapping. Er hat mehrere Jahre im Deutschen Bundestag gearbeitet – zuletzt als Stabsreferent für Innen- und Rechtspolitik – und dort Gesetzgebungsverfahren der Verwaltungsdigitalisierung wie die Änderung des Onlinezugangsgesetzes und das Registermodernisierungsgesetz verantwortet. Anschließend war er Dezernent für Politische Kommunikation bei der Deutschen Rentenversicherung Bund.

13 | Wenn Tempo zum Thema wird – KI, Verwaltung und die Ungleichzeitigkeit

KI kann Entscheidungen vorbereiten, Texte schreiben und Muster erkennen, bevor Verwaltungen überhaupt eine Rechtsgrundlage geprüft haben. Technik fragt: Was ist möglich? Verwaltung muss fragen: Was ist rechtssicher und verbindlich? Diese Ungleichzeitigkeit erzeugt Druck, Frustration und unrealistische Erwartungen aus allen Perspektiven auf Verwaltung. Durch die Bürger:innen, durch die Verwaltung selbst und durch die Politik.

Im Workshop sollen die Teilnehmenden mit diesen Spannungen konfrontiert werden: Warum Verwaltung bewusst langsamer ist und auch sein muss, warum technischer Stillstand keine Option ist und wie ein souveräner Umgang mit Technik und KI gelingt, ohne in blinden Aktionismus oder reflexhafte Abwehr zu verfallen.

Ziel der Session ist es, das Problem aus verschiedenen Perspektiven greifbar zu machen und Methoden und Werkzeuge kennenzulernen, um mit der Ungleichzeitigkeit besser umgehen zu können.

Stefan Weißwange

Stefan Weißwange
Projektleitung · TSA Public Service GmbH
Stefan Weißwange hat vor vielen Jahren in der Softwareentwicklung begonnen, später hat er die Seiten gewechselt und ist nun als Projektleiter aktiv. Mit der Verwaltungsdigitalisierung beschäftigt er sich seit über 18 Jahren, hauptsächlich im Kontext von Zuständigkeitsfindung. Dabei berät er Verwaltungen auf Landesebene, ist Mitglied in Landes- und Bundesarbeitsgruppen und spricht auf Veranstaltungen zu verschiedenen Themen der Digitalisierung der Verwaltung.

14 | Wirkung von Anfang an: Von der Digitalisierung zur Digitalen Dividende (Praxiswerkstatt)

Die Verwaltungsdigitalisierung hat spürbar an Fahrt gewonnen – doch der Nachweis konkreter Wirkung für Bürger:innen, Unternehmen und Verwaltung bleibt häufig offen. Echte „Digitale Dividende“ entsteht nicht automatisch aus digitalisierten Prozessen, sondern aus Projekten, die von Beginn an entlang ihrer angestrebten Wirkung konzipiert werden – nicht erst im Nachgang vermessen. In dieser Praxiswerkstatt üben die Teilnehmenden genau diesen Perspektivwechsel: Anhand eigener Projekte schärfen sie Wirkungsziele bereits in der Planungsphase, identifizieren passende Indikatoren und transformieren Output-Ziele in Outcomes und Benefits im Sinne des Projektmanagementstandards PMflex. Nach einem kurzen Impuls bringen alle ein eigenes Projekt mit: In kollegialer Fallberatung entwickeln kleine Gruppen konkrete Wirkungsziele – und nehmen einen direkt anwendbaren Best-Practice-Leitfaden mit nach Hause.

Carsten Klages

Carsten Klages
Berater, Schwerpunkt Projektmanagement & Wirkungssteuerung · ]init[ AG für digitale Kommunikation
Carsten Klages berät bei ]init[ öffentliche Auftraggeber an der Schnittstelle von Projektmanagement und Digitalisierung. Sein Schwerpunkt liegt auf der wirkungsorientierten Steuerung von Projekten und Programmen in der öffentlichen Verwaltung, insbesondere nach dem Standard PMflex. Er begleitet Behörden bei der Einführung methodischer Standards und unterstützt Teams dabei, von output- zu wirkungsorientierter Steuerung zu gelangen. Neben seiner Beratungsarbeit gestaltet er Lernformate zu Zielentwicklung und Projektgovernance.

Albert Viktor Schlüter

Albert Viktor Schlüter
Berater Projektmanagement · Bundesverwaltungsamt
Albert Viktor Schlüter ist beim Bundesverwaltungsamt tätig und verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Steuerung und Begleitung von Digitalisierungsprojekten der Bundesverwaltung. Er engagiert sich für die Weiterentwicklung wirkungsorientierter Steuerungsansätze im öffentlichen Sektor und ist ausgewiesener Kenner des Projektmanagementstandards PMflex. Als Praktiker aus der Verwaltung bringt er den direkten Blick auf die Herausforderungen des Projektalltags in Behörden mit.

14:30–16 Uhr

Parallele Workshops 15–21

15 | Führung in der digitalen Transformation: Entscheiden, Ausrichten, Befähigen (ohne Mikromanagement)

Digitale Transformation ist kein IT-Projekt mit Beifang „Kultur“, sondern eine Führungsaufgabe unter dynamischen Bedingungen von Unsicherheit, Abhängigkeiten, Dauerveränderung und Krise.
In dieser interaktiven Session zerlegen wir typische (vermeintliche) Transformationsdilemmata in der Verwaltung: Tempo vs. Rechtssicherheit, Standardisierung vs. Autonomie, Innovation vs. Effizienz, Transparenz vs. Sich-reinreden-lassen. Daraus bauen wir ein praxistaugliches Führungswerk mit klaren, wirkungsorientierten Entscheidungslogiken und minimalen Steuerungsartefakten.
Die Teilnehmenden arbeiten in Kleingruppen an realen Fällen und gehen in ihre Organisationen mit einem System zur Führung in der digitalen Transformation, das am nächsten Arbeitstag, am Montagmorgen um 8:30 Uhr, einsetzbar ist.

Katherina Orlinska

Katherina Orlinska
Principal · HRpepper
Principal mit Public-Sector-Fokus auf Strategie, Organisation sowie HR und Learning & Development; Projekterfahrung u. a. in Digitalisierung und Steuerung im Kontext moderner Führung sowie in der Entwicklung von Digitalkompetenzen und Data Literacy in Landes- und Bundesbehörden; Methodenhintergrund u. a. Scrum/OKR, Foresight sowie Systemic Design

Miles Michalski

Miles Michalski
Senior Consultant · HRpepper
Miles brennt für komplexe Organisationen und die Menschen, die sie ausmachen. In Wachstums- und Veränderungsphasen begleitet und befähigt er Z-Funktionen und Führungskräfte, mit besonderem Fokus auf die emotionale und kommunikative Begleitung relevanter Stakeholdergruppen. Mit Neugier, Pragmatismus und einem klaren Blick für Machtstrukturen, Management und Führung verbindet er Detailtiefe mit strategischer Flughöhe.
Akademisch bringt Miles einen B.S c. Business Psychology und einen M. A. Communication and Leadership mit und ist als Trainer ausgebildet. Als Inhouse-Organisationsentwickler einer multinationalen NGO begleitete er organisationsweite Strategieprozesse, Strukturveränderungen und Kulturprojekte. Seine internationale Erfahrung und breite Branchenperspektive nutzt er, um Kund:innen fundiert zu irritieren und Transformation anschlussfähig zu machen.

16 | Digitalisiert ihr noch – oder gestaltet ihr schon souverän?

Digitale Souveränität wird häufig gefordert, aber selten messbar gemacht. In dieser Session entwickeln die Teilnehmenden ein gemeinsames Verständnis davon, was digitale Souveränität für ihre Organisation bedeutet, reflektieren den eigenen Status quo und lernen ein praxisnahes Assessment kennen. Statt abstrakter Debatten stehen konkrete Fragen im Mittelpunkt: Wo bestehen Abhängigkeiten? Wo liegen Gestaltungsspielräume? Und welche nächsten Schritte bringen die eigene Organisation wirklich weiter? Die Teilnehmenden verlassen die Session mit einem geschärften Blick auf den eigenen Reifegrad, einem praktischen Werkzeug zur Standortbestimmung und konkreten Ansatzpunkten, um Diskussionen anzustoßen, Handlungsbedarfe sichtbar zu machen und digitale Souveränität in ihrer Organisation aktiv voranzubringen.

Dominik Multhaupt

Dominik Multhaupt
Managing Partner · IBM iX Germany
Dominik Multhaupt begleitet Bund, Länder und Kommunen seit vielen Jahren bei der digitalen Transformation. Als Managing Partner bei IBM iX verbindet er Strategie, Organisationsentwicklung und Umsetzung und unterstützt Verwaltungen dabei, aus Digitalisierungszielen konkrete Veränderungen zu machen.

Victoria Boeck

Victoria Boeck
Digital Consultant · IBM iX Germany
Victoria Boeck treibt die praktische Umsetzung digitaler Souveränität durch offene Standards und interoperable Systeme an. Als Technical Consultant bei IBM iX und Vorstandsmitglied des Bitkom-Arbeitskreises Open Data / Open API unterstützt sie Verwaltungen dabei, ihre digitale Handlungsfähigkeit auszubauen und technologische Abhängigkeiten zu verringern.

Monica Dick

Monica Dick
Business Development Managerin · IBM iX Germany
Monica Dick beschäftigt sich mit den Zukunftsfragen der digitalen Verwaltung und der Rolle neuer Technologien für den öffentlichen Sektor. Bei IBM iX verbindet sie Zukunftstrends mit den konkreten Herausforderungen der Verwaltungspraxis und entwickelt daraus neue Perspektiven für die digitale Transformation.

17 | Wer baut den digitalen Sozialstaat? BigTech, WelfareTech, öffentliche IT und die Möglichkeit eines zivilgesellschaftlichen Innovationssystems

Der Workshop nimmt unterschiedliche institutionelle Modelle digitaler Innovation in den Blick und fragt nach ihren jeweiligen Stärken, Abhängigkeiten und Gemeinwohlpotenzialen. Gemeinsam mit den Teilnehmenden wird erkundet, ob sich jenseits von Staat und Markt ein zivilgesellschaftliches Innovationssystem für den digitalen Sozialstaat denken und gestalten lässt.

Maximilian Einhaus

Maximilian Einhaus
Wissenschaftlicher Mitarbeiter · Helmut-Schmidt Universität Hamburg
Max Einhaus ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Verwaltungswissenschaft der Helmut-Schmidt Universität Hamburg. In seiner Arbeit verbindet er Forschung zur Digitalisierung des Sozialstaats und dem institutionellen Design von Innovationssystemen.

18 | Proaktive Leistungen: Eine Verwaltung der Zukunft, die leistet, bevor man fragt

Der IT-Planungsrat hat ein ambitioniertes Zielbild: Nutzer:innen geben nur noch Daten an, die die Verwaltung nicht hat. Alle anderen Daten werden mit Einverständnis wiederverwendet und erste Leistungen sollen proaktiv angeboten werden. Das klingt nach Zukunft. Aber wie sieht der praktische Weg aus? In diesem Workshop arbeiten wir mit einem Beispiel aus der Praxis: Rundfunkgebühren-Befreiung und -Ermäßigung. Wir zeigen den Soll-Zustand und fragen: Welche anderen Verwaltungsleistungen könnten proaktiv werden? Kleine Gruppen analysieren konkrete Dienste, nutzen das Bewertungs-Tool und entwickeln eine erste Priorisierung. Ein Plädoyer für Veränderung und das Machbare: Proaktive Verwaltung ist technisch möglich, rechtlich machbar und organisatorisch umsetzbar.

Marlon Maas

Marlon Maas
Externer Berater ]init[ · Freie Hansestadt Bremen, Der Senator für Finanzen, Abteilung 4 – Zentrales IT-Management, Digitalisierung öffentlicher Dienste
Marlon Maas ist Transformationsbegleiter und Berater für öffentliche Verwaltungen bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten. Mit dem Studium der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation (M.A.) an der Universität der Künste Berlin – einem untypischen Zugang zur Verwaltungsdigitalisierung – sowie langjähriger Erfahrung in der Zivilgesellschaft als Mitgründer von youvo.org bringt er einen unkonventionellen, innovativen Blick mit. Im Auftrag von Bremen als Themenpate arbeitet er am strategischen Schwerpunktthema „Digitale Anwendungen“ des IT-Planungsrats.

Jürgen Collatz

Jürgen Collatz
Beauftragter für Digitalisierung mit öffentlichen Stellen · Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio
Jürgen Collatz ist seit über 25 Jahren Experte für Digitalisierung und Prozessoptimierung. Nach Tätigkeiten bei der IBM wechselte er 2005 zum Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Seit 2011 liegt sein Schwerpunkt in der Digitalisierung der Schnittstellen zwischen dem Beitragsservice und der öffentlichen Verwaltung. In der Zeit begleitete er die Einführung mehrerer XÖV-Standards und die OZG-Umsetzung. Aktuelle Schwerpunkte liegen in der Registermodernisierung, der Nachweisdatenübermittlung und die Anbindung der EUDI-Wallet.

Eike Jepsen

Eike Jepsen
Externer Berater ]init[ · Freie Hansestadt Bremen, Der Senator für Finanzen, Abteilung 4 – Zentrales IT-Management, Digitalisierung öffentlicher Dienste
Seit Abschluss des Erasmus Mundus Masterstudiums in Public Sector Innovation und E-Governance im Jahr 2020 arbeitet Eike Jepsen bei der ]init[ AG als Senior Consultant im Bereich Public Sector. Im Rahmen seiner Arbeit hat er eine Vielzahl an Projekten im Bereich Verwaltungsdigitalisierung begleitet, von der OZG Themenfeldarbeit über Ende-zu-Ende- und EfA-Umsetzungsprojekte und der Erstellung von Digitalisierungskonzepten bis hin zu Projekten an der Schnittstelle zur föderalen IT-Architektur. Aktuell bearbeitet er für Bremen das Schwerpunktthema „Digitale Anwendungen“ des IT-Planungsrats mit Schwerpunkt auf Deutschland-Architektur, proaktive Leistungen und EfA-Governance.

19 | Data as a Product – Bausteine für interföderales Datenmanagement

Datenmanagement ist – und bleibt – eine der grundlegend notwendigen Disziplinen der Verwaltungs-IT. Ein Ziel verschiedener föderaler Vorhaben ist, Datenmanagement zu harmonisieren und auf diese Weise effizienter und effektiver zu machen. Einfach, schnell, arbeitsteilig, föderiert und sicher. Ein Vehikel, um dies zu erreichen ist das Prinzip von “data as a product”. Es definiert neben neuartigen Organisationsformen und Rollen das Konzept des “architektonischen Quantums”. Dieses abstrahiert Daten von Persistenz- und Bereitstellungsmechanismen, knüpft an bekannte Konzepte wie SOLID, Data Mesh und Containerisierung an und kann helfen, breiteren und verlässlichen Zugang zu Daten (analytisch) und datenbezogenen Funktionen (operativ) zu ermöglichen.

In dieser Session stellen Nils Preuß und Hendrik Stier (FITKO AöR) den aktuellen Stand von Umsetzungsideen des Konzepts vor und laden ein, kritischen Fragen zu stellen aber auch utopischen Ideen zu entwerfen. Das föderale Datenökosystem kann von diesem Austausch nur profitieren!

Hendrik Stier
Produktmanagement · FITKO AöR
Hendrik Stier ist IT- und Organisationsberater seit über 25 Jahren – im Day-Job Produktmanager bei der FITKO. Schwerpunkte sind soziotechnische Systeme im Wandel.

Nils Preuß
Datenarchitektur & Werkzeuge · FITKO AöR
Nils Preuß beschäftigt sich bei der FITKO mit Datenarchitekturen und bringt dort langjährige Erfahrung mit Informationsmodellen und -systemen aus dem Bereich des Forschungsdatenmanagements und der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur ein.

20 | KI trifft Low-Code: Intelligente Anwendungsentwicklung für die Verwaltung

Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Art und Weise, wie digitale Anwendungen entstehen. Gleichzeitig haben sich Low-Code-Plattformen als leistungsfähiges Werkzeug für die schnelle Digitalisierung von Verwaltungsprozessen etabliert. Doch welches Potenzial entsteht, wenn beide Technologien zusammenspielen?

Anhand praxisnaher Beispiele zeigt der Workshop, wie Low-Code und KI sinnvoll kombiniert werden können, um Verwaltungsprozesse schneller zu digitalisieren. Dabei werden sowohl Potenziale und Grenzen der KI-basierten Entwicklung als auch Governance-Aspekte und Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz beleuchtet.

Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über aktuelle Einsatzszenarien, erfahren, welche Mehrwerte sich bereits heute realisieren lassen, und nehmen konkrete Impulse für den Einsatz von Low-Code und KI in ihrer eigenen Organisation mit.

Thorsten Szutzkus

Thorsten Szutzkus
Gruppenleitung Steuerung der Modernisierung von Fachverfahren · Der Regierende Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei
Thorsten Szutzkus, Co-Sprecher im NEGZ-Arbeitskreis Low-Code, verfügt über mehr als 15 Jahre Berufserfahrung im Bereich Support, Qualitätssicherung und Projektmanagement von Softwareanbietern und ist seit 2018 in der Verwaltung. Nach dem Start im Bund kümmert sich Thorsten seit 2019 um die Steuerung der Modernisierung der Fachverfahren im Land Berlin, seit 2023 in der Rolle der Gruppenleitung für „Steuerung der Verfahrensmodernisierung“ bei der IKT-Steuerung des Landes Berlin.

Philippe Eisenhardt
PD – Berater der öffentlichen Hand GmbH

21 | Scale, Unblock, Stop: Wirkungsmessung für die Verwaltung

Digitale Verwaltungsprogramme liefern häufig sichtbare Outputs: Portale, Plattformen, Fachverfahren, Registerschnittstellen oder KI-Piloten. Schwieriger ist die Frage, ob daraus messbare Wirkung entsteht: bessere Services, geringere Bearbeitungszeiten, höhere Datenqualität, resilientere Prozesse oder spürbare Entlastung für Beschäftigte, Bürger:innen und Unternehmen.

In diesem interaktiven Workshop entwickeln die Teilnehmenden anhand realitätsnaher Fälle aus Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen ein OutcomeOps-Canvas für Wirkungsmessung. In Kleingruppen definieren sie konkrete Messziele, abgeleitete Outcomes sowie ggf. geeignete Kennzahlen und verfügbare Datenquellen sowie eine evidenzbasierte Steuerungsentscheidung: Scale, Unblock oder Stop.

Der Workshop ist ausdrücklich als Arbeitsformat konzipiert: kurze Impulse, Gruppenarbeit, Peer-Feedback und gemeinsame Verdichtung der Ergebnisse stehen auf dem Programm.

Jan Alexander Linxweiler

Jan Alexander Linxweiler
Managing Partner · Gartner Deutschland GmbH
Jan Alexander Linxweiler ist Managing Partner bei Gartner Deutschland und berät Organisationen des öffentlichen Sektors zu digitaler Transformation, Daten- und KI-Strategien sowie wirkungsorientierter Programmsteuerung. Sein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Verwaltungen digitale Vorhaben nicht nur umsetzen, sondern deren Wirkung messbar machen und skalieren. Er verbindet strategische Steuerung, Technologieverständnis und praktische Umsetzungsmodelle für komplexe Transformationsprogramme in föderalen Verwaltungsstrukturen.

Jony Alam

Jony Alam
Associate Director · Gartner Deutschland GmbH
Jony Alam ist Associate Director bei Gartner Consulting mit einem Fokus auf Organisationsdesign. Sein Schwerpunkt liegt darauf, Organisationen durch gezielte messbare Veränderungsprozesse in ihren Strukturen zukunftsfähig gestalten und Transformationen nachhaltig verankern. Er bringt umfangreiche Erfahrung in der Moderation von Workshops mit Design-Thinking-Methoden ein und unterstützt Teams dabei, neue Lösungsansätze kollaborativ zu entwickeln. Als zertifizierter systemischer Coach und Change Manager verbindet er methodische Expertise mit praxisnaher Beratung für anspruchsvolle Veränderungsprojekte.

16:30–18 Uhr

Parallele Workshops 22–28

22 | Verwaltung entscheidet (nicht) – wie wir spielerisch zu besseren Entscheidungen kommen

Im Alltag treffen wir ständig Entscheidungen – oft schnell, intuitiv und mit überschaubaren Konsequenzen. Doch im professionellen Verwaltungskontext sieht das anders aus: Viele Beteiligte, hohe Tragweite und komplexe Rahmenbedingungen machen Entscheidungen anspruchsvoll. Gleichzeitig sind sie unverzichtbar – denn sie schaffen Handlungsfähigkeit, geben Orientierung und treiben Veränderung voran. Und: Auch Nicht-Entscheiden ist eine Entscheidung!

Doch was macht gute Entscheidungen eigentlich aus? Und wie gehen wir damit um, wenn Unsicherheit, unterschiedliche Perspektiven und hoher Zeitdruck aufeinandertreffen?

In unserem interaktiven Workshop verbinden wir einen kompakten inhaltlichen Impuls mit einer spielerischen Auseinandersetzung mit dem Thema Entscheidungen: Nach einem kurzen Einstieg zu zentralen Aspekten von Entscheidungsprozessen setzt ihr euch in Kleingruppen mit typischen Situationen aus dem Verwaltungsalltag auseinander, diskutiert unterschiedliche Perspektiven und reflektiert, was Entscheidungen prägt.

Das spielerische Format dient dabei als niedrigschwelliger Zugang, um Zusammenhänge greifbar zu machen, eigene Denkmuster zu hinterfragen und Wissen zum Thema Entscheidungen gemeinsam zu vertiefen.

Diskutiert, tauscht euch aus und übertragt: Wie könnt ihr in eurem Kontext gute Entscheidungen treffen? Welche Ansätze erscheinen euch in eurem Arbeitsalltag sinnvoll?

Susanne Walter

Susanne Walter
Beraterin · Apiarista GmbH
„Warum setzen sich nicht mal alle an einen Tisch und reden?“ Kommunikation ist es, was Susanne Walter jeden Tag an- und umtreibt. Ihr Ziel: Menschen zu unterstützen, Veränderungen anzustoßen und (bessere) Entscheidungen zu treffen. Susanne ist Biologin und Journalistin und begleitet nach Jahren im Marketing inzwischen erfolgreich Teams als agile Coach durch stürmische Zeiten. Strukturiert und mit viel Empathie gelingt es ihr, Komplexes in etwas Greifbares zu verwandeln, Struktur ins vermeintliche Chaos zu bringen und gemeinsam pragmatische Lösungen zu finden. Als erfahrene Organisationsberaterin bei der Apiarista GmbH stehen für sie die Menschen stets im Mittelpunkt ihrer Arbeit.

Marco Böhm

Marco Böhm
Berater · Apiarista GmbH
Marco Böhm begleitet Organisationen aus Verwaltung und Wirtschaft in Veränderungsprozessen – mit einem besonderen Blick für Strukturen, Kommunikation und Zusammenarbeit. Mit seinem Hintergrund als Diplom-Informatiker und langjähriger Erfahrung als systemischer Berater, Trainer und Moderator in Transformations- und Digitalisierungsprojekten baut er die Brücke zwischen Mensch und Technik. Sein Ansatz: praxisnah, menschenorientiert und immer darauf ausgerichtet, Herausforderungen gemeinsam lösbar zu machen.

23 | Datenkompetenzen aufbauen – offene Lernressourcen von QUADRIGA

Die Arbeit mit großen Datenmengen gewinnt in der öffentlichen Verwaltung zunehmend an Bedeutung. Das Berlin-Brandenburgische Datenkompetenzzentrum QUADRIGA entwickelt offene Bildungsressourcen (OERs), mit denen Verwaltungswissenschaftler:innen gezielt Datenkompetenzen aufbauen können.
Im Workshop geben wir einen Überblick über die erstellten Fallstudien und holen Feedback zur Relevanz und zu den Bedarfen ein. Die Teilnehmenden testen anschließend selbst eine Fallstudie am eigenen Laptop (bitte mitbringen): Sie gleichen die Qualität eines gegebenen Datensatzes anhand einer praxisnahen Checkliste ab und geben Feedback, inwieweit eine solche Lernressource hilft, die Qualität eigener Daten einzuschätzen.
Ein zusätzliches Ziel der Session ist die Vernetzung mit Interessierten für den zukünftigen Austausch zu Bildungsressourcen im Bereich Datenkompetenzen in den Verwaltungswissenschaften.

Jana Plomin

Jana Plomin
Wissenschaftliche Mitarbeiterin · Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme FOKUS
Jana Plomin ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme FOKUS. Ihre Arbeit im Open User Lab umfasst die Beratung von Digitalisierungsprojekten auf Bundes- und Landesebene zu Nutzerzentrierung, UX und digitaler Barrierefreiheit sowie den Aufbau von Datenkompetenzen in der Verwaltung.

Paul Walter

Paul Walter
Wissenschaftlicher Mitarbeiter · Fachhochschule Potsdam
Paul Walter widmet sich als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam und im Datenkompetenzzentrum QUADRIGA zahlreichen Aspekten der Data Literacy. In vorherigen Projekten befasste er sich unter anderem mit (Forschungs-)Datenmanagement, dem Public Sector, eGovernment und Open Public Data.

24 | Tag X: Wenn der Kill Switch fällt – Szenarioübung zur digitalen Souveränität der Verwaltung

Was passiert, wenn eine deutsche Behörde von heute auf morgen den Zugriff auf zentrale Cloud-Dienste verliert – durch Sanktionen, Jurisdiktionskonflikte oder geopolitische Eskalation? Der Fall der US-Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof (Mai 2025) hat gezeigt: Dieses Szenario ist keine Theorie mehr.

In dieser Tabletop-Übung durchleben die Teilnehmenden den „Tag X“ aus der Perspektive einer fiktiven Landesbehörde. In Rollen (IT-Leitung, Fachverfahren, Behördenleitung ggf. noch Rechtsamt) erarbeiten sie zunächst die Akutreaktion der ersten 72 Stunden, anschließend eine tragfähige Exit- und Resilienzstrategie.
Ergebnis des Workshops ist eine gemeinsam erarbeitete Notfall-Checkliste und ein Kriterienraster zur Souveränitätsbewertung von Cloud-Diensten, das die Teilnehmenden direkt in ihre Organisationen mitnehmen können.

Philipp Proebster

Philipp Proebster
Strategy Lead & Evangelist · Fsas Technologies GmbH
Philipp Proebster ist Evangelist & Strategy Lead für Hybrid IT und KI bei Fsas Technologies (a Fujitsu company) und dort verantwortlich für die strategische Positionierung rund um digitale Souveränität, Sovereign Cloud und hybride IT-Architekturen. Mit über zehn Jahren Erfahrung in der IT-Branche hat er sich sowohl in technischen als auch in vertrieblichen Rollen bewährt, insbesondere in der Betreuung internationaler Key Accounts. Als gefragter Speaker verbindet er regulatorische Expertise (DSGVO, NIS2, DORA, EU AI Act) mit konkreter Architekturpraxis.

25 | Verwaltungsdigitalisierung mit Weitblick: Von Bevölkerungsdaten zur Bildungsplanung

Wie können Kommunen Daten, Fachwissen und Erfahrung nutzen, um fundierte Entscheidungen für die Zukunft zu treffen?

In diesem interaktiven Workshop erleben die Teilnehmenden, wie digitale Werkzeuge Verwaltungsprozesse unterstützen können, von der Analyse der Bevölkerungsentwicklung bis zur Kita- und Schulentwicklungsplanung. Dabei steht nicht die Software im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie Digitalisierung schnelleren Zugang zu Daten, neue Perspektiven und die einfache Bewertung verschiedener Zukunftsszenarien ermöglicht.
Die Teilnehmenden arbeiten in Gruppen von jeweils etwa fünf Personen. Jede Gruppe übernimmt eine eigene Beispielkommune mit individuellen Herausforderungen und Entscheidungen.

Phase 1: Bevölkerungsentwicklung verstehen
Die Gruppen analysieren die Entwicklung ihrer Kommune und bewerten Einflüsse wie Neubaugebiete, Bevölkerungswachstum, Alterung oder Zuzug. Dabei erleben sie, wie digitale Werkzeuge komplexe Daten verständlich aufbereiten und Entwicklungen sichtbar machen.

Phase 2: Kita- und Schulkapazitäten planen
Auf Basis ihrer Prognosen entwickeln die Gruppen Strategien für den Umgang mit Über- oder Unterkapazitäten. Sie entscheiden über Erweiterungen, Neubauten, Übergangslösungen oder Rückbau und berücksichtigen dabei Kosten und Auswirkungen.

Phase 3: Bildungslandschaft strategisch entwickeln
Abschließend übertragen die Gruppen ihre Entscheidungen in eine langfristige Kita- oder Schulentwicklungsplanung und betrachten die Bildungslandschaft ihrer Kommune als Ganzes.

Kurze fachliche Impulse wechseln sich mit Gruppenarbeit, Diskussion und Ergebnispräsentationen ab. Der Workshop zeigt praxisnah, dass moderne Verwaltungswerkzeuge kein Expertenwissen voraussetzen müssen: Sie helfen dabei, Wissen zugänglich zu machen, Szenarien schnell zu vergleichen und fundierte Entscheidungen nachvollziehbar zu gestalten. Digitale Werkzeuge ersetzen dabei nicht die Expertise der Verwaltung, sie machen sie nutzbarer.

Raphael Lobach

Raphael Lobach
Technischer Account Manager · Dataproces ApS

26 | Service Design für die Sozialverwaltung 2035

Wie bringen wir Technik und Abläufe vor Ort so zusammen, dass Bürger:innen eine nahtlose und kundenfreundliche Verwaltung erleben? Wir wollen zeigen, wie durch gelungenes Public Service Design aus einer verwirrenden und abweisenden Sozialverwaltung bürgerorientierte Angebote entstehen können. Anhand einer Blaupause für eine digital-analoge Ablauforganisation, entwerfen wir in Kleingruppen für verschiedene Bürger-Personas konkrete Vorschläge zur Umsetzung in Beispielkommunen. Im Ergebnis liegen mehrere Service-Blueprints zur Umsetzung vor.

Corinna Funke

Corinna Funke
Managerin Public Service Design · gfa public
Corinna ist studierte Verwaltungswissenschaftlerin und arbeitet seit über 12 Jahren mit kommunalen Sozialverwaltungen an der bürgerfreundlichen Neugestaltung ihrer Organisationen. Sie hat eine Promotionsarbeit über die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen in Deutschland und seinen Nachbarländern geschrieben. Sie lebt in Berlin und arbeitet überall in Deutschland.

Johannes Beger

Johannes Beger
Manager · gfa public
Johannes ist studierter Soziologe und Gründer eines Tech-Startups, das öffentliche Infrastruktur mittels IoT-Sensorik digitalisiert und die gewonnenen Daten sowohl der Verwaltung als auch den Bürger*innen bereitstellt. Seit diesem Jahr berät er Sozialverwaltungen bei ihrer organisatorischen Modernisierung mit dem Ziel, diese bürgerinnenfreundlicher zu gestalten.

27 | Responsible AI in der Verwaltung: Reifegrade bestimmen und Governance praktisch gestalten

Wie „reif“ ist verantwortungsvolle KI in deutschen Verwaltungen und woran lässt sich das überhaupt festmachen? Der Workshop bringt Teilnehmende aus Verwaltung, Forschung und Praxis zusammen, um ein praxisnahes Reifegradverständnis für Responsible AI zu entwickeln und auf konkrete Anwendungsfälle anzuwenden.

Isabell Peters

Isabell Peters
Professorin für Verwaltungsinformatik · TH Wildau
Isabell Peters ist Professorin für Verwaltungsinformatik an der TH Wildau und wissenschaftliche Leiterin des European Digital Innovation Hub pro_digital. Sie forscht zur verantwortungsbewußten und fairen Implementierung von KI in Behörden.

28 | „It’s the organization, stupid!“ – Warum Verwaltungstransformation Organisationsentwicklung braucht

Die digitale Transformation der Verwaltung scheitert selten an fehlenden Ideen oder Technologien – häufig stößt sie an bestehende Organisationslogiken, Entscheidungsstrukturen und Formen der Zusammenarbeit. Der NEGZ-Arbeitskreis Organisationsentwicklung stellt in dieser interaktiven Session sechs Thesen zur Diskussion, die Organisationsentwicklung als zentralen Hebel für eine zukunftsfähige Verwaltung verstehen.
Nach einem kurzen inhaltlichen Impuls diskutieren die Teilnehmenden die Thesen in einem dialogorientierten „Warm Data“-Format nach Nora Bateson aus unterschiedlichen Perspektiven. Anschließend werden zentrale Spannungen, Widersprüche und Erkenntnisse in einer Fishbowl-Diskussion gemeinsam vertieft. Ziel der Session ist es, die Thesen des Positionspapiers nicht nur vorzustellen, sondern im Austausch mit Praxis, Wissenschaft und Verwaltung kritisch weiterzudenken.

Caspar-Fridolin Lorenz

Caspar-Fridolin Lorenz
Gründer & Berater · daence Organisationsberatung
Caspar-Fridolin Lorenz ist freiberuflicher Organisationsberater, Trainer und Aufsichtsrat. Er ist Mitgründer des AK Organisationsentwicklung im NEGZ.

Franziska Seidel

Franziska Seidel
Beraterin
Franziska Seidel ist Beraterin für Verwaltungsmodernisierung, Digitalisierung und Organisationsentwicklung mit langjähriger Erfahrung in Projekten auf Bundes- und Landesebene. Sie begleitet öffentliche Organisationen insbesondere an der Schnittstelle von Governance, Prozessen, föderaler Zusammenarbeit und organisationalem Wandel. Darüber hinaus engagiert sie sich in den NEGZ-Arbeitskreisen Organisationsentwicklung und Diversity sowie als Co-Koordinatorin der AG Digitale Verwaltung bei D64.

18:15–19:15 Uhr

Stakeholder-Foren „Wirtschaft“, „Verwaltung“ und „Wissenschaft“
Sammeln Wissensbedarfe und Forschungsfragen zur Verwaltungsdigitalisierung.

ab 19:15 Uhr

Abendessen & geselliges Ausklingen


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So war’s letztes Jahr:

Auf einen Blick

Veranstaltungsort
Technische Hochschule Wildau

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